Quadrant4

Schule ändern

Personalentwicklung

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Unterrichtsentwicklung
Inhalt:
  1. Problemaufriss
  2. Personalentwicklung an Schulen
  3. Selbstmanagement
  4. ...

 


1. Problemaufriss

Personalenentwicklung - was ist denn das?

Wie wir bereits gesehen haben, werden bei der Schulentwicklung auch Bezeichnungen der industriellen Organisationsentwicklung auf die Schule übertragen.

Definition: Personalentwicklung:

HinweisMit dem Subsystem Personalentwicklung ist die individuelle Ebene der Organisation Schule gemeint.
Hierin einbezogen sind:

  • Kooperations- und Interaktionsformen in den Kollegien,
  • Kommunikationstrainings,
  • Supervision,
  • Lehrer (-Selbstbeurteilung),
  • Vermittlung und Durchführung des Verfahrens des Coachings (Lernpartnerschaft, kollegiale Fallberatung),
  • Shadowing (gegenseitige Begleitung und Beobachtung)
  • Expertenbefragung,
  • Mentoring,
  • Kollegiumsentwicklung im Sinne einer methodischen, didaktischen und fachlichen Weiterqualifizierung,
  • Verbesserung der Gesprächskultur in den Mitarbeitergesprächen,
  • neue Konferenzgestaltung,
  • ...

nach: www.leu.bw.de


Im wirtschaftlichen Bereich versteht man unter Personalentwicklung den Verwaltungsbereich, der Menschen, die zur Bewältigung des Unternehmensziels benötigt werden, anstellt, bzw. "frei setzt" und verwaltet. Dazu gehören neben der Honorierung nach Leistungsmerkmalen, u.a. auch die Urlaubsplanung und die Weiterbildung der angestellten Personen.

In der Schule sind die Aufgaben durch Gesetz bzw. durch Verordnungen festgelegt. Der größte Teil dieser Aufgaben wird von der Schulverwaltung und nicht von den örtlichen Schule erledigt.
Da aber in PISA herausgefunden wurde, dass in den "erfolgreichen" Pisaländern, die Schulen auch in Personalangelegenheiten eine größere Freiheit besitzen, werden auch hier die bisherigen Grenzen aufgeweicht. Die operativ eigenständigen Schulen (OES) z.B. sind im Berufsschulwesen Baden-Württembergs in diese Richtung am weitesten gediehen.

Aufgaben des Personalmanagements:

  • Personalbedarfsermittlung - KM (Kultusministerium)
  • Personalgewinnung - Lehrereinstellung - KM
  • Personalanstellung - Führung der Personalakte - RP (Regierungspräsidium), LA (Landratsämter)
  • Honorierung - Besoldung, Land
  • Personalversorgung - Lehrerzuteilung, Land, RP, LA
  • Personalfreistellung - Urlaub, Pensionierung, ... - Land, RP,LA
  • Personalcontrolling - Dienstbeurteilung: früher vom Schulrat jetzt vom Schulleiter

Damit in einer Schule tatsächlich auch Schulentwicklung statt finden kann, so eine weit verbreitete Forderung der Schulleiter, ist ihnen im Bereich der Personalentwicklung eine größere Freiheit zu geben.

Zum Überlegen:

1. Welche Chancen und Gefahren sehen sie, wenn Schulleitungen die vollen Personalmanagement - Rechte erhalten?

2. Nehmen Sie Stellung zu der Aussage: "Nicht Personen, sondern die Umstände unter denen sie arbeiten, können entwickelt werden."

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2. Die Personalentwicklung an der Schule

2.1 Die Sicht der Schulverwaltung

Armin Lohmann beschreibt in "Personal braucht Entwicklung" als grundlegendes Problem einer Schulentwicklung den "... Qualitäts- bzw. Imageverlust einer Schule". Er folgert: "Die Suche nach den Ursachen darf vor dem schulischen Personal nicht halt machen" (a.a. O. S. 63).

Eine Ist- Erfassung des Schulzustandes zur oben genannten Fragestellung steht bei Lohmann unter den analytischen Fragestellungen:

(a.a.O. S. 63)

Nehmen Sie mit Ihrem bisherigen Wissen zur Schulentwicklung kritisch zu diesen Fragen Stellung.

Wenn dann noch gesagt wird, dass ein tragfähiges Schulprogramm "... selbstverständlich Maßnahmen zur Personalmotivation, - fürsorge, -pflege und -weiterentwicklung enthält." (a.a.O. S. 63), dann wird deutlich, dass Sie auch in diesem Bereich bestens informiert sein sollten.

" Schulleiterinnen und Schulleiter betreiben eine aktive Personalentwicklung.

  • Schulleiterinnen und Schulleiter erarbeiten ein schulspezifisches Konzept von Personalentwicklung, das im Zusammenhang mit der Schulenentwicklung steht,

  • haben genaue Vorstellungen von den Anforderungssituationen und Bedingungen, unter denen die einzelne Lehrkraft ihre Leistung erbringt,
  • wenden Instrumente der Personalentwicklung (beispielsweise Personalauswahl, Personalbeurteilung, Mitarbeiter- und Vorgesetztengespräch, Bilanz- und Orientierungsgespräche),
  • nutzen die Potenziale der Lehrerinnen und Lehrer und geben Hilfe zur Weiterentwicklung,
  • nutzen die Möglichkeit der "schulscharfen Einstellung zur Bestenauswahl,
  • integrieren neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und arbeiten sie ein,
  • übernehmen für Berufsanfängerinnen und Berufsanfänger eine besondere Verantwortung,
  • erkennen Führungspotenziale und empfehlen sie zur Förderung weiter,
  • erkennen Leistungskrisen bei einzelnen Lehrkräften rechtzeitig und nehmen sensibel darauf Einfluss,
  • geben im Alltag häufig, situativ passend, konstruktiv und entwicklungsorientiert Rückmeldungen,
  • beraten, unterstützen und fördern die Lehrkräfte in der Unterrichts- und Erziehungsarbeit,
  • fördern die Zusammenarbeit der Lehrkräfte, ermöglichen unkomplizierte Unterrichtshospitationen und sorgen für Teamentwicklung,
  • unterstützen Maßnahmen schulinterner Qualifizierung,
  • überprüfen die Einhaltung der Fortbildungsverpflichtung der Lehrkräfte."

zitiert v. Lohmann a.a.O. S. 63f.

Damit diese Vielzahl von Aufgaben auch bewältigt werden kann, sind Leitbild, Schulprogramm und Steuergruppenarbeit notwendig.

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2.2. Einige Instrumente der Schulleitung

a. Das Mitarbeitergespräch ein Mittel zur Erschließung von Potenzialen

Die Schulleitung führt regelmäßig Einzelgespräche mit den einzelnen Lehrkräften. Dabei wird im Gesamtzusammen ang von Schulleitbild und Schulprogramm/ Lehrerleitbild erkundet, welche Qualifikationen bei der Lehrkraft auszubauen, zu fördern, einzusetzen, ... sind. Die Ergebnisse des Gespräches werden als Zielsetzungen notiert.

Sie bereiten sich vielleicht auf so ein Gespräch mit Hilfe der Fragen vor:

Sie sehen, dass ich die Fragestellung möglichst positiv aufgebaut habe. Auch hier gilt, wie bei den Schülergesprächen:

Betrachte den Menschen als entwicklungsfähig und entwicklungswillig!

b. Die Zielvereinbarung:

Das Mitarbeitergespräch endet mit einer Zielvereinbarung, die nach den SMART-Kriterien aufgebaut ist.
Die Einigung sollte eine gegenseitige Vereinbarung sein, damit aus ihr auch ein "commitment" (Identifizierung mit den gesetzten Zielen) entstehen kann. Diktate führen nur zum Boykott.

Nach Beendigung des vereinbarten Zeitraumes wird in einem erneuten Mitarbeitergespräch natürlich überprüft, ob die vereinbarten Ziele auch erreicht wurden. Wenn nicht - dann sind die Gründe und Ursachen zu belegen bzw. zu begründen.

c. Leitbild- und Schulprogrammentwicklung:

dienen der Bildung eines Minimalkonsenses und einer CI (corporate identity). Maßnahmen zur Teambildung unterstützen eine Zusammenarbeit.

d. fortlaufende Evaluation:

Alle Maßnahmen der Personalentwicklung unterliegen wie auch die der SE und OE dem Evaluationszyklus.

Evaluationszyklus

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3. Maßnahmen der "eigenen Personalentwicklung"

a. Selbstmanagement:

Wenn sie an Personalentwicklung denken, sollten sie nicht zuletzt auch daran denken, dass sie diesen Beruf wählten und ihn vielleicht über einen Zeitraum von 40 Jahren ausüben wollen. Um mit den vielen Belastungen, die neben aller Freude und allem Enthusiasmus auch bei diesem Beruf auftreten, fertig werden zu können, bedarf es auch einiger Fähigkeiten und Fertigkeiten.
Für sich selbst sorgen wäre in diesem Sinne kein Eigennutz, sondern die Fähigkeit eigene Stärken und Grenzen zu erkennen und an ihrer Veränderung zu arbeiten. "Stärken stärken, Schwächen abbauen!"

"Burn-out" und Frühpensionierung sind kein angemessener Ersatz für die Entscheidung, mit sich selbst sorgfältig umzugehen.
In vielen Ansätzen der humanistischen Psychologie wird das Selbstsystem mit einem äußeren System verglichen. "Wie ich mit mir selbst umgehe, kann ein Spiegelbild von dem sein, was z.B. im Schulsystem mit mir selbst passiert.

b. Fortbildung

Die Lehrerfortbildung (LFB) war weitgehend bisher eine Angelegenheit des Interesses der einzelnen Lehrkraft. Obwohl Lehrer zur Fortbildung verpflichtet sind, konnte es vorkommen, dass einzelne Lehrkräfte relativ häufig andere etwas weniger, angebotene Veranstaltungen besuchten.
Prinzipiell lassen sich Fortbildungsveranstaltungen hinsichtlich des Anbieters unterscheiden:

LFB

Leider floss bei der bisherigen Regelung oft wenig des Materials in das Kollegium zurück. Das Wissen blieb dann auch "privat". Dies zu ändern ist Absicht der Leitlinien zur Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen in Baden - Württemberg.

Die wichtigsten Punkte finden sie in der Zusammenfassung.

 

Kernsätze der Leitlinien
I. Aufgaben
(2)
... Durch berufsbegleitende Fort- und Weiterbildung entwickeln Lehrerinnen und Lehrer ihre berufliche Qualifikation in Bezug auf den Unterricht und den Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule stetig fort.

II. Verantwortlichkeit

(4)

... Zuständig für die Fortbildung und Personalentwicklung an der Schule ist die Schulleitung. Sie wird dabei durch die Angebote der Landesakademien bzw. der Anlaufstellen unterstützt.
(5) Nach Möglichkeit bilden schulinterne Maßnahmen und Maßnahmen im Verbund von Nachbarschulen oder Profilschulen mit affinem Profil einen Schwerpunkt der Lehrerfortbildung. Dies Maßnahmen werden von den Schulen geplant, organisiert und gestaltet, ...
 

Zur schulinternen Fortbildung gehört auch die Durchführung von Pädagogischen Tagen als Fortbildungsveranstaltung des gesamten Kollegiums...

... Beratung von Pädagogischen Tagen in der Schulkonferenz ...

... Pädagogische Tage sind grundsätzlich in der unterrichtsfreien Zeit durchzuführen.

IV. Fortbildungsplan und Fortbildungsportfolio  
(1) Die Schule legt in einem jährlichen Fortbildungsplan ihre schulentwicklungsbezogene Qualifizierungsanforderungen und Qualifizierungsmaßnahmen fest.
(3)

Lehrerinnen und Lehrer sind verpflichtet, ihre berufsspezifischen Kompetenzen zu erhalten und stetig weiterzuentwickeln. ....

Die Erfüllung der Fortbildungsverpflichtung ist vorrangig im Wege kooperativer und motivierender Personalführung durch die Schulleitung sicherzustellen.

... die Schulleitung kann "Lehrerinnen und Lehrer in zu begründeten Fällen zur Wahrnehmung bestimmter Fort- bzw. Weiterbildungsmaßnahmen verpflichten".

(4) Jede Lehrerin und jeder Lehrer hat das Recht auf Förderung ...
... Beratung und gegebenenfalls Vereinbarung sind Bestandteil des in regelmäßigen Abständen zu führenden Beratungsgesprächs.
(5) Lehrerinnen und Lehrer dokumentieren die von ihnen wahrgenommene Fort- und Weiterbildung durch die Zusammenführung entsprechender Nachweise in einem Portfolio. ....
(6) Bei der Teilnahme an Veranstaltungen wird nach Maßgabe der schulischen Möglichkeiten Unterrichtsausfall vermieden.

K.u.U vom 17. Juli 2006
Nr. 14; S. 244 -5.

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c. Gegenseitige Unterrichtsbesuche und -besprechung

d. Feedback- Kultur

e. Coaching

f. Intervision/ Supervision

Literatur

Dryda, Ch. (2005): "Ergebnisorientierte Personalentwicklung" in: Pädagogische Führung; H. 2; S. 68 - 71
Lohmann, A. (2005): "Personal braucht Entwicklung" in: Pädagogische Führung; H. 2; S. 61 - 68

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